Wie sollen Kinder lernen, was sie lernen müssten — wenn sie erst dürfen, wie sie wollen und danach plötzlich müssen, was sie nicht können?
Will heissen: Erst sind sie aller Lieblinge und kriegen jede Aufmerksamkeit, bloss keine Grenzen. Danach haben alle anderen Schuld, wenn sie sich an nichts halten.
Will meinen: Kinder lernen wie Hunde und Katzen, ihre Meister zu kontrollieren, wenn diese es zulassen. Danach sind dann die Lehrer, der Lehrplan, die Ausländer, die Rektoren, oder die Nase des Schulhausabwartes schuld, wenn alle Grenzen gesprengt werden.
Diese Grafik bringt die unbequeme Wahrheit auf den Punkt. Und statt die beidseitigen Defizite von Kind und Eltern auszugleichen, fordern diese schulische Leistungen ein und gestatten den kleinen erst recht nicht, was sie selbst auch am liebsten tun würden: Rebellieren!
Schätzungsweise kommt der grösste emotionale Unmut der Eltern daher, dass sich die Kinder dies einfach so erlauben: Sich selbst treu zu sein und den Unmut einfach so auszuleben. Die Psyche sucht einen Weg aus der verstockten Situation, die die nicht vorhandene Erziehung verbockt hat. Allem Anschein nach äussert sich dies vor allem in Lern- und Leistungsschwierigkeiten.
Am Ende ist dann der Pädagoge, respektive die Pädagogik schuld, wenn sich das Kind nicht freiwillig in das Gefängnis einsperren lässt, in das sich die Eltern schon lange selbst eingemauert haben. Und dabei depressiv geworden sind. Oder egozentrische [das sollte ich hier nicht schreiben].
Vermutlich ist es unmöglich — wie es heute nötig wäre — eine Lernkultur des Frontalunterrichts und der harten Fakten sanft in eine solche des vernetzen Denkens zu überführen, wie es der Lernplan 21 einfordert. Es bedingt einen Paradigmawechsel vom Initiations- zum Erkenntnisweg. So wie heute mehr oder weniger alle Bereiche einen Paradigmawechsel erfordern, um der Spirale des Niedergangs zu entkommen — allem voran der des mehrwert-, profit- und damit konkurrenzorientierten Wirtschaftens.
Das Problem: Paradigmenwechsel sind nicht kompatibel mit einer Demokratie von konservativ geprägten Menschen. Sie halten zu lange an bekanntem Terrain fest und begreifen die Notwendigkeit zum radikalen Wandel erst, wenn der ‚Tipping Point‘ des Systems schon vorbei ist.
Wenn ich sehe, wie viele Erwachsene und Kinder nur noch mit legalen, synthetischen Drogen funktionstüchtig bleiben — noch Schlaf, Motivation und Konzentration finden, nicht untergehen, dem Drang der Rebellion widerstehen — sehe ich die Grenze zum Bioautomaten vor unseren Füssen.
So sehe ich aber auch in meinem persönlichen Umfeld viele Jugentliche, deren Eltern sich die unbequeme Mühe der Grenzsetzung gemacht haben, als die Kinder noch klein waren. Und heute ein Vertrauensverhältnis zu den jungen Menschen geniessen, so dass Heranwachsen eine partnerschaftliche Angelegenheit ist — und kein Kampf um Recht und Autorität. Dies ist im wörtlichsten Sinne Kleinkind-Kram, bei dem der Schulpsychologe dann nicht mehr viel ausrichten kann ausser Rat schlagen. Oder wohl besser prügeln?
Hier in Arlesheim kam ich nicht umhin, die äußerst ‚kreative‘ Werbung der UBS in ihrem Schaufenster zu bestaunen. Diese Sprüche einer ebenso skrupellosen Werbeagentur waren bestimmt nicht billig – abgesehen davon, das sie eine absolute Beleidigung sind für das, wofür Arlesheim und seine Eremitage steht: Anthroposophie.
Man kann jetzt darüber spekulieren, was die Finanz-Grosskapitalisten hier wollen: das Geld der gut situierten Anthroposophen oder das setzen eines Zeichens, dass sie ihnen das Dritte Jahrtausend nicht einfach so kampflos überlassen werden.
Ich finde die Sprüche jedenfalls äußerst skuril und bin mir sicher, dass weder Texter noch Banker keine Ahnung haben, worum es bei Rudolf Steiner geht. Sonst würden sie sich nicht derartig mit der arlesheimer Kultur messen wollen. Ich empfinde es als eine Beleidigung und würde eine Rufmordklage gegen die UBS jederzeit unterstützen.
Die verspiegelten Fotos sind etwas blod – hatte aber nicht den Nerv, lange zu bibäschelen und die Sprüche auch noch zur Fotokunst zu erheben.
Aha. Die UBS hat sich auch erneuert. Und unterstützt jetzt die Entwicklung der Menschheit, geistig über sich hinaus zu wachsen? Oder doch eher zu Methoden wie TTIP, ISDS und CETA, um auch noch die verbliebene Rest-Demokratie in ein globales Milliardengeschäft zu verwandeln? Was man nicht kaufen kann, macht man hinter verschlossenen Türen zum Reingewinn. Ja, das ist neu!Selbstverständlich ist die UBS auch ein Kraftort. Ein verdammt kräftiger sogar. So kräftig, dass er ganze Staaten kaufen kann. Aber wer will schon am Ort einer Räuberbande verweilen? Der eine Kraftort kann von der Sucht nach dem anderen Kraftort heilen — aber nicht der andere vom einen. Aber vermutlich kennen sie den einen gar nicht…
Ein schön gemachtes Video von Campact.de, das ich so gut finde, dass ich es auf meinem Webspace hoste. Wie eine Monarchie des Geldes einer Demokratie übergestülpt werden kann, ohne dass es jemand merkt, zeigt dieses Video.
Dieses politische Vorgehen der von der Hochfinanz lobbyierten Politikelite erinnert mich in etwa an das des Pharao (vermutlich Ramses II), der aus Angst vor einem Befreier alle männlichen Säuglinge töten liess. Die Kinder sind heute moderner Mediokratie entsprechend zwar keine Lebewesen mehr — wohl aber die politischen Rechte, die sich die Menschen an der Basis im Verlaufe des letzen Jahrhunderts erstritten haben. Der westlch geprägten, demokratischen Freiheit wird durch den Neoliberalismus eine Monarchie des Geldes übergestülpt, ohne dass es jemand merkt.
Das perfiede an der heutigen, modernen Vorgehensweise ist, dass die Rechte grundsätzlich am Leben bleiben — die demokratischen Strukturen bleiben vordergründig erhalten — während genau diese im Hintergrund in ein Businessmodell verwandelt werden. Auf einer Metaebene betrachtet muss man den Hut ziehen ab der Strategie: Statt unliebsame Gesetze direkt zu bekämpfen und mit Aufwand aus dem Weg zu räumen, werden sie kurzerhand zum Geschäftsfeld erklärt, auf dem noch mehr gigantische Summen virtuellen Geldes verschoben werden können. TTIP macht’s möglich.
Ab und an finde ich es ganz angenehm, daran erinnert zu werden, wie es denn wäre, im Krieg zu sein.
Eine unglaubliche Erlösung folgt daraus, es zum Ersten August nicht sein zu müssen – wie so viele Menschen. Das müsste doch wirklich nicht sein. Oder nicht?
Erst August Feuerwerk (Bild ist wohl geklaut. Der Inhalt wiegt das hoffentlich wieder auf. :p)
Seit dem Sommer bastle ich an einer neuen Site «Gott ist eine Funktion», www.gottisteinefunktion.ch. Ich will meine abgefahrenen Sichtweisen und verschrobenen Thesen einmal konkret ausformulieren, aber der Platz hier wurde zu eng. Der hoffnungslose Versuch, das holistische Universum in den zwei Dimensionen der Schrift festzuhalten, ergibt naturgemäss eine erhebliche Kastration der Wahrheit. Als würde Donald Duck mit Mickey Mouse Papier und Farbe erforschen und dabei feststellen, dass da umgeblättert wird, aber keine Möglichkeit finden, Umblätterer und den Zeichner zu nur schon zu erkennen.
Site Screenshot: Gott ist eine Funktion.
Ich entschloss mich, das Ding in einem öffentlichen Blog zu drehen, das mit Zeit und Erkenntnis wachsen soll. Dazu stelle ich mich kurzen, prägnannten Fragen und versuche, ein in sich möglichst schlüssiges Bild zu zeichnen, indem ich den Krimi des Lebens aus Sicht des Mörders, des Opfers, von Ermittlern und Zeugen, aber auch des Autors selbst und von Lesern betrachte. So werden mit der Zeit die selben Phänomene wiederholt betrachtet, aber aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen Kontexten beleuchtet. Ich hoffe, dass eine solche Vielspurigkeit der zweidomensionalen Sprache ausreichend Tiefe verleiht.
Aus dem Intro:
«So versuche ich hier, die tausend Fragen zu stellen und Antworten zu finden, die eher auf tiefgründigen, physikalischen Fundamenten ruhende Möglichkeiten sind. Ich möchte nicht Wahrheiten predigen, die es sowieso nicht gibt, und auch nicht einfach ausserhalb der Box denken – Ziel wäre, die Box komplett zu vergessen. Aber ohne tieferes Verständnis unseres Biologischen Erbes werden wir uns von unserem kollektiven Egozentrismus nicht lösen können.»
Ich bin gespannt auf Feedback, ob Kritik oder Weiterspinnungen; bin aber auch nicht enttäuscht, falls das bloss langweilige Schwurbelei oder anstrengendes Gesülze wäre. Vermutlich ist es ja genau das. Am besten doch, man macht sich selbst ein Bild. Falls Du die Hände und Füsse des Göttlichen gut findest, freue ich mich über Likes, Plus‘ und shares.
Iraqi family mourning the death of their son (Quelle)
Ich möchte mit diesem Post zu einer meditativ-informativen Blutrutsche einladen. Sie dauert etwa 25 Minuten, Optional am Schluss hat’s für interessierte noch eine Vertiefung zu erkunden.
Zur Zeit erreichen uns in Europa ja wieder einmal die Auswirkungen geopolitischer Wahnvorstellungen, konkret in der Ukraine. Die Situation kann man beurteilen, wie man will – das ganze Affentheater drum herum scheint mir, eben ein Affentheater: Wer hat den Grössten, Längsten und Dicksten. Wobei man sagen muss, dass Russland ziemlich elegant spielt, während der Westen wie immer einfach mal auf alles schiesst, was sich bewegt. Ich will und mag niemandem Recht und Unrecht zusprechen, aber ich mag elegante Spieler.
Kriegsopfer in der Geschichte der Menschheit
Um was es mir geht, ist, dass wir gar keine Vorstellung mehr davon haben, was Krieg bedeutet. Es ist kein echtes Blut zu sehen, die Konfrontation mit der Realität findet derart nicht mehr wirklich statt, dass wir heute schon ziemlich unterhaltende, einigermassen realistische Kriegssimulatoren errungen haben. Anhand eines solchen möchte ich Krieg erst mal definieren, wie auch die Art, mit der wir dieser Bedeutung heute begegnen. Möge jeder selbst eine Perspektive wählen, wie er das finden möge. Im Video geht’s grundsätzlich um die Entwicklung einer Erweiterung des Spiels für mehr Blut und ist ein Ausschnitt aus diesem Video. Man beachte den Kommentator:
Der letzte Kerl ist heldenhaft für seinen Gebieter gestorben, oder etwa nicht? Das nennt sich bis zum letzten Mann und ist eine Ehre für jeden echten Krieger. Leider nicht nur im Film.
Wofür nun das ganze Affentheater und die Schlachtomanie gut und wichtig sei, ist wunderbar in diesem nächsten Video dargestellt: Es zeigt die geopolitische Entwicklung der letzten 5’000 Jahre und ich möchte darum bitten, das Video entspannt auf alle Sinne wirken zu lassen. Zwischendurch kann man sich ja die eine oder andere Schlacht vorstellen. Versuche, der 5’000 Jahre bewusst zu sein (Quelle):
Das ist schon unglaublich, nicht? Wie viele Ressourcen sind da einfach abgeschlachtet worden? Wie viele Bauernhöfe wurden geplündert und nebenbei schnell mal die Frau und Töchter ran genommen, während er zugucken musste? Es ist rechtsfreier Raum, die Beute ist der Sold.
Auf www.atlasofworldhistory.com findet sich eine entsprechende, interaktive Webapplikation mit vertieften Informationen.
Es ist der helle Wahnsinn!
So sind in der Menschheitsgeschichte wohl aller-aller-mindestens 350’000’000 Menschen als Kriegsopfer in der Geschichte der Menschheit gewaltsam zu tote gekommen, als Soldaten oder zivile Opfer. Auf Wikipedia gibt es diese Liste der Kriege, die ich einfach locker mal aufsummierte. Das Äquivalent all dieser Grenzverschiebungen ist ein Wirlpool, 2.1 km² gross (1.4 km Kantenlänge) und ein Meter tief, in dem die Kriegstreiber sich suhlen –.gefüllt mit 2.1 Milliarden Liter Menschenblut; man könnte ein Schlachtfeld der Grösse von 21 km² (4.6 km Kantenlänge) zehn Zentimeter hoch bedeckt durchwaten; wr sich auf nur einen Zentimeter beschränkt, gar 210 km² (14.5 km Kantenlänge). Der Kanton Basel-Stadt hat 37 km², die Stadt Zürich 88 km².
Die Summe aus der Liste erfasst knapp 440 Kriege von geschätzten über 3’000 insgesamt. Es sind jedoch die wichtigsten vertreten wie die Weltkriege, das Mongolenreich, der zweite Sino-japanische Krieg und die Qing-Dynastie – unterhalb von 20’000’000 Toten pro Krieg summieren sich bald nur noch die Erdnüsse. Und ich muss einfach wiederholt fragen: Das ganze nur, damit wir in der Schule lernen können, wie sich farbige Flächen auf einer Landkarte verändern? Was hat es gebracht, all diese auf- und untergehenden Reiche im ständigen Kampf um Macht, Reichtum und Einfluss? Warum brauchen diese Männer sich des Todes Angesicht zu sein, um gute Ideen für den Fortschritt zu haben? Warum hören sie erst auf zu saufen, wenn der andere das bessere Schwert hat? Wo sind in dieser ganzen Zeit die Frauen geblieben?
Mir ist klar, dass wenn Dschingis Khan mit seiner magischen Bogenkunst über einen Kilometer einfach immer trifft, kann der andere nichts weiter tun als besser zu sein. Warum aber verbündeten sich Frauen nicht über Grenzen hinweg und stellten die Warlords einfach kalt? Ich kann es nicht verstehen.
Was ich verstehen kann ist, was dieses nächste lustige Video zeigt: Alle wichtigen Kriege der letzten eintausend Jahre in Relation zu den Opfern. Schlau ist, er errät, wann das Feuerwerk hübsch losgeht (Quelle).
Wie zu erwarten haben sich die armen Kriegstreiber in ihrem Pool 4’900 Jahre lang den Arsch abgefroren, bis er sich dann langsam füllte. Ich finde einfach, DAMIT MUSS JETZT SCHLUSS SEIN. Wer kann sich diese Daten derart präsentiert vergegenwärtigen und immer noch davon ausgehen, dass dieses Scheiss-Affentheater notwendig ist, weil es in der Natur des Menschen liegt und dem Fortschritt dient? Wer kann noch behaupten, dass es vor einer moralischen Instanz diesbezüglich keine Schuld gibt, weil die Natur nun mal so funktioniert? Oder ernsthaft glauben, dass ein Gott eine derartige Schuld verzeiht, wo sonst töten schlecht sei?
Das elende Dilemma
Inzwischen wissen wir wenigstens, woher das kommt respektive wieso dieses Verhalten nicht verschwindet. Den Punkt zwischen 6:40 und 10:10 im folgenden Video möchte ich heraus greifen (Quelle):
80–90% unter uns sind Menschen, welche sich die Verhaltensregel aufzwingen lassen, dass der Dominante Erfolg zu haben hat. Es sind 10–20 % von uns, die sich aktiv dominant verhalten und den Rest damit zwingt, zu versuchen, besser, noch dominanter zu sein, um neben dem bisher dominanten überleben zu können. Das Gesicht zu wahren oder auf Grund was für einer Doktrin auch immer ihn anzubeten.
Der Gipfel schlussendlich ist doch, dass genau diese Jäger von den Gejagten auch noch zu Helden und Idolen hoch stilisiert und damit legitimiert werden. Dabei wäre es ein leichtes für die Gejagten, mit kühnen Arschtritten das Marodeurenpack auf den Mond zu schiessen – man müsste halt etwas Charakter zeigen. Fairerweise muss man auch sagen, dass die Jäger während gut 370’000 Jahren gute Dienste leisteten als Kampfsäue und Anführer. Sie überlebten die harten Winter, weil sie moralisch nicht kleinlich und nicht zu rücksichtsvoll waren, wenn der Nachbarclan noch Vorräte hatte, die er nicht rausrücken wollte. Seit 5’000 Jahren spätestens ist dieser Zug einfach abgefahren – wie soll das zarte Pflänzchen der Zivilisation unter den Trampelfüssen denn gedeihen?
Wäre es nicht einfach auch am billigsten (um auch die klassischen Ökonomen an Bord zu holen), all die Babys, die die blaue Figur wählen, zu therapieren? Ich hielte das etwa für so schlau wie das Ausblasen einer Kerze bevor man schlafen geht.
Ein wunderschönes Editorial im Magazin «Zeitpunkt» Nr. 130. Dem habe ich wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Ein Plädoyer zum Mut für Antworden, die es nur in Form von Möglichkeiten gibt.
Liebe Leserinnen und Leser
Es ist verrückt: Alle wollen nur das Beste, oder, wie man heute sagen muss: die Optimierung. Aber heraus kommt eine Steuerungs- und Kontrollmaschine, die nicht nur die Grenzen der Wirksamkeit erreicht hat, sondern einen Schaden anrichtet, der uns schon bald tüchtig um die Ohren fliegen wird. Die Bürokratie verlangt heute für alles einen Nachweis, auch für die kleinen Dinge, die bis vor kurzem noch in die Domäne des gesunden Menschenverstandes und der individuellen Verantwortung fielen. Der Mensch wird ersetzt durch Funktionsträger, entweder indem er sich in einen verwandelt oder indem er vertrieben wird. Deshalb verschwinden heute in vielen Institutionen gerade die Leute mit Herz, Geist und Schöpferkraft. In einer derart gemanagten, menschenleeren Gesellschaft wird es definitiv keinen Spass mehr machen.
Dass niemand das gewollt hat, deutet auf Zwänge hin. In der Tat: Unser nach Zins und Wachstum geeichtes Wirtschaftssystem erfordert immer höhere Effizienz – von allem. Das heisst, auf Teufel komm raus optimieren und Fehler verhindern. Nur: Durch ständige Verbesserung und Fehlervermeidung kann nie etwas wirklich Neues entstehen. Das braucht die Bereitschaft, Fehler zu machen. Wer das Neue plant, wird das Alte erhalten, allenfalls in verbesserter Form; das ist die einfache Logik der Bürokratie. Der Zwang zur Effizienz erfasst aber nicht nur das System und die ihm dienende Arbeitskraft, sondern den ganzen Menschen. Er muss sich restlos in den Dienst des Wachstums und der Optimierung stellen und effizienter leben, vom Gentest im Mutterleib bis zum eingeleiteten Tod. Was der Mensch dabei verliert, wissen wir nicht; vermutlich sich selber.
Das Problem, für das nur drastische Worte stark genug sind, lässt sich institutionell nicht angehen. Man kann das Büro nicht durch ein Büro ersetzen. Der Wandel muss beim einzelnen Menschen beginnen, der für seine Freiheit und seine Verantwortung einsteht, der auf den Nachweis seines Menschseins verzichtet, weil er ahnt (oder weiss), dass er es damit verliert. Diese Revolution der Freiheit kann nur beim Einzelnen beginnen, oder sie findet nicht statt. Der «Einzelne» heisst unangenehmerweise zuerst einmal: ich. Deshalb gibt es in diesem Heft noch weniger Antworten als sonst. Man muss sie selber finden.
Ich wünsche Ihnen viel Anregung und bleibe, bis in zwei Monaten, mit herzlichen Grüssen Christoph Pfluger, Herausgeber Zeitpunkt
«Bürokratie ist die Kunst, das Mögliche unmöglich zu machen.» Javier Pascal Salcecle
Dazu scheint eine deutliche Mehrheit der Schweizer Ja zu sagen. Ich erkläre mir das so: Viele Schweizer müssen mehr als 1:12 mehr verdienen. Weil, niemand möchte ja ausgebeutet werden, aber gerne Ausbeuter sein. Normalerweise doch sollten – so dünkt es mich – Schweizer, die weniger verdienen, Ja gestimmt haben.
Vielleicht haben auch einige dieses Video nicht gesehen. Die Zahlen sind zwar amerikanisch, aber ich denke mal, dass das Verhältnis zwischen der Wunschvorstellung der Menschen, wie Reichtum verteilt sein sollte, der von ihnen vermuteten Realität und der erfassten Wirklichkeit ähnlich ist.
Ich finde es in höchstem Masse befremdlich, wie Menschen eine solche Realität akzeptieren können. Mich jedenfalls macht sie wütend. Wie kann man aus persönlicher Gier einen ganzen Planeten verschrotten, der einem nicht mal alleine gehört? Erstmal ist das im dritten Jahrtausend, nach 2000 Jahren Nächstenliebe und Bewahrung der Schöpfung, doch einfach so was von peinlich: Für jenen selber, für alle, die ihn kennen und die Spezies. Dann ist das einfach nur dumm. So dumm, dass es gescheit ist, im Winter den Mount Everest ganz allein‘ und ohne Sauerstoff zu besteigen. Und Energie aus Kernspaltung zu gewinnen ist so gesehen eine absolute Genialität. … Hm, ich merke, ich beginne zu verstehen: Dummheit kann intelligent sein – weil zumindest diese hat System.
Auf meinen inneren Reisen habe ich wohl den Anschluss an die Realität etwas verloren. Ich merke, dass ich mit einer solchen Realität gar nichts mehr zu tun haben möchte. Sie ist eine, bei der ich mit jeder (wahrscheinlich vornehmlich weiblichen) Faser meines Körpers und meines Geistes nur dagegen sein kann. Einfach dagegen, weil es ist komplett dumm. Und falsch. Nicht aus Sicht der Erde. Die hat kurz mal die Menschen, die ein wenig jucken, aber schnell vorbei gehen. Wie es scheint. Nein, es ist eine Beleidigung für die Intelligenz, dass wir uns rühmen, intelligent zu sein.
Ich will aber nicht ständig gegen etwas sein, das mach mich krank. Also die Sache selbst und das Dagegensein. Ich will für etwas sein: Für die Zukunft, für ein Null-Wachstum. Schlussendlich ist es das männliche Prinzip, das uns das Wachstum predigt. In sich intelligent, aber kurzsichtig, ein Opfer von sich selbst, und ich lasse mich nicht auf dieses Schlachtfeld zerren. Früher waren in Kriegen buchstäblich Männer Opfer ihrer selbst. Heute sind ja auch in Kriegen die Frauen die verbreitendsten Opfer. Das weibliche Prinzip gilt es mit aller Konsequenz zu demütigen. Weil es ist es ja, das das männliche dumm erscheinen lässt. Das kann mann natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Scheisskerle! Wir haben ein Fukushima des Testosteron und alle sind mit dem Wegkratzen des Blutes so beschäftigt, dass niemand bemerkt, wie der Mannessaft alles vergiftet.
Um nun das ganze lästernderweise zu Ende zu bringen, frage ich mich, wie schnell die Welt sich ändern würde, würden alle Frauen die Signale hören und auf gehen zum letzten Gefecht: Nämlich der körperlichen Verweigerung. Dann wäre klar, dass nicht nur das weibliche Prinzip naturgegeben schlauer ist, sondern tatsächlich auch cleverer.
«Wenn ich so klug bin, wie ich mir schlau vorkomme, bin ich immer noch dumm genug.» Dies ist der Name meiner Lebensschule. Ich kann diese und andere jedem nur wärmstens empfehlen. Es ist simpel zu sehen, dass wer nicht ausgebeutet werden will, nicht ausbeutet. Deshalb besteigt man den Mount Everest auch nicht alleine und auch nicht mit Sherpas. Sondern mit einem Team. Die Ameisen sind nicht umsonst die wahren Herrscher über unser Raumschiff.
Das Pro NaturaMagazin 5/2013 enthält ein paar wirklich gute Artikel zum Thema Wachstum und vor allem dem Zwang dazu. Eine wirkliche und nachhaltige Erneuerung der Welt ist erst möglich, wenn die Führungspersönlichkeiten, die Verantwortlichen, die unausweichliche Ideologie der totalen Nachhaltigkeit über persönliche Gelüste stellen. Dabei ist es egal, ob es Könige, Despoten, politische und ökonomische Präsidenten, Klanchefs oder Sandkastengeneräle sind.
Vom Umfang her können die Artikel natürlich faktisch nicht in Details gehen, das entstehende Bild aber finde ich gelungen ganzheitlich. Das Problem ist systemisch und steckt an allen Ecken und Enden im «Denkmuster» der Menschen – in unserer Kultur also.
Dem gegenüber stehen kaum «Fühlmuster». Wir haben zwar gelernt, dass es langfristig unvorteilhaft ist, von Angesicht zu Angesicht zu betrügen. Ist das Betrügerische aber so geschickt versteckt, dass wir es nicht erkennen können, zeigt sich die miese Doppelmoral (oder unreife Moral), wenn wir den Betrug erahnen, ihn aber aus egoistischen Gründen nicht stoppen wollen. Deshalb sind reife Führer nötig – wir haben nicht genug Zeit, dass es jeder selber schnallen kann. Wer begreift schon (im Sinne von Anfassen), dass bei der heutigen Wachstumsrate der Menschheit dieselbe in 2500 Jahren gleichviel wiegt die der Erdball?
Der Schlüssel einmal mehr: Aufklärung, Bildung. Zentral sehe ich, dass wir, soweit es möglich ist, ein «Gefühl», ein «Verständnis» für die Exponentialfunktion entwickeln. Die Grenzen des Wachstums sind eine simple Folge von Exponentialrechnungen.
Dieser Sinn für unsere Erde, für unsere Grenzen, fehlt uns – evolutionär hat sich ein solcher Sinn noch nicht heraus bilden können, obwohl schon (fast?) alle Kulturen daran zu Grunde gegangen sind. Nicht sehr überraschend, dass es so noch nicht geklappt hat.
Ich denke, weil dieses Erkennen und Begreifen eine Leistung der Grosshirnrinde ist, dass es dazu ein bestimmtes Mass an Vorbildung benötigt. Das die Erkenntnis dann noch höher gewichtet wird wie persönliche Vorteile, ist vermutlich der noch langwierigere Prozess.
So wird heute «Grün» und «Nachhaltig» als Inhalt vermarktet, obwohl es nur Maskerade ist, Image. Die Egoisten scheinen immer noch am Werk. Stoppen wir sie, bevor die Grenzen des Wachstums uns alle stoppen. Gestalten wir die Zukunft aktiv.
Ähnliches: Growth and exponential Functions: Mankind is growing with approx. 1.6 percent a year. This means, in 780 years we’ll have an one-squaremeter-society: on every squaremeter land is one person living. And in 2500 years mankind will weigh the same as the whole earth.
Heute habe ich die letzte Folge von Oliver Stones Serie «The Untold History of the United States» (Die Geschichte Amerikas) gesehen. Nicht über alle Zweifel erhaben (aber über viele), zugegebenermassen, fand ich das gesamte Werk doch sehr erhellend. Und verstörend. Auch erheblich verärgernd, wenn man das globale Desaster so konzentriert vor Augen geführt bekommt.
Als dann danach in den News eine Beiläufige Erwähnung, dass Russland für die Olympischen Winterspiele 2013 läppische 37.5 Milliarden (uh, warens $ oder €? Sei’s drum…) ausgibt.
Deshalb überlege ich mir, eine Initiative zu starten: Investieren wir einen Haufen Plastik und die Kosten der nächsten Olympischen Spiele und schenken jedem Erdling die komplette Ausgabe. In der Auflagenhöhe sollte das für 5 Kröten doch machbar sein.
Wahrscheinlich würde eine Ausgabe für nur jeden zweiten Erdling reichen, um die Achse des Bösen in den Köpfen nachhaltig umzupolen. >:)
Wie auch immer, im Lichte einer provokativen Perspektive der öffentlichen, amerikanischen Meinung betrachtet eine wirklich empfehlenswerte und gut gemachte Arbeit von Oliver Stone; interessant ist auch eine unglaubliche Konstanz, mit der die Scheisse im Weissen Haus quillt. Die Doku weisst auch darauf hin. Ein unverbesserlicher Verschwörungstheoretiker, wer meint, irgendwelche Interessengruppen könnten spinnenhaft ihre Fäden ziehen – ein Schlauer (gross geschrieben), wer erkennt, dass man sie gar nicht kennen kann. Die, wo man’s vermutet, sind’s bestimmt nicht – was wär’s für ein lausiger Trug. Auch wenn, nebenher geflüstert, sich die Bauern im Spiel wirklich keine Mühe mehr zu machen scheinen mit dem Verschleiern. Ganz gemäss dem Informationszeitalter: Sag die Wahrheit – es hört eh keiner mehr hin, wenn’s nicht um tausend vergaste Tote, Geschlechtszeile oder Welpen geht. Wenn’s tatsächlich um tausend Tote oder dein Geschlechtsteil gehen sollte, has’te schlecht wohl gepokert. Oder du bist die arme Sau, die den Kopf hinhalten muss.
@NSA: Falls Erdlinge nach dem Gucken dieser Doku auf meine nachgewiesene Empfehlung hin bei Al Kaida anwerben, heisst das lange nicht, dass ich letztere Unterstütze. I’m a «Peacemaker». Bitte schreibt das in meine Akte, auch wenn ihr das Wort nicht kennt. Danke.
@all: Wenn ein Buch eine Lektüre ist, dann ist eine DVD eine Turbitüre? Also keine zum leken, sondern, zeitgemäss, eine, die berührungslos turbischnell schliesst, Ob sie ebenso schnell aufgeht, liegt wahrscheinlich eher am Auge des Betrachters beziehungsweise dem hoffentlich nachgelagerten Denkorgan. Oder nicht?
Ein paar ältere meiner Ideen zum Sport, konkret, um Fussball wieder interessant zu machen.
Und, irgendwie, mochte ich das Wort «Erdlinge» hier zu benutzen, weil «Erdenbürger» mir etwas zu hoch gegriffen scheint, um es dermassen zu generalisieren – «Erdenwürger» etwas zu despektierlich wiederum, dermassen zu verallgemeinern. Erdlinge fand ich einen politisch korrekten Kompromiss für sich selbst erkennen werdenden Sternenstaub.
Heute geht’s einmal mehr durch die Presse und ich vermute, dass auch jene, die es gar nicht wissen wollen, nicht umhin kommen, es zu erfahren. Zitat:
American Dollar
«Fünf Jahre nach dem Hochkochen der Finanzkrise geht es den US-Milliardären so prächtig wie nie. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt das Gesamtvermögen der 400 reichsten US-Amerikaner auf den Rekordwert von 2 Billionen Dollar.
Das seien 300 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr und mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren, …
Die Superreichen profitieren allgemein vom guten Lauf an den Börsen, die dank der Geldflut der Notenbanken auf immer neue Höchststände klettern, während Sparer kaum noch Zinsen für ihre Einlagen bekommen.
… Nur 30 der Superreichen auf der diesjährigen Liste hätten heute weniger Vermögen als vor einem Jahr, schrieb „Forbes“. 15 weitere seien nach einem Schrumpfen ihres Vermögens ausgeschieden. (sda)»
Die Geld-Staubsauger nuckeln im ganz grossen Stil weiterhin der Basis das mühsam Erarbeitete aus den Taschen. Und ich bin überzeugt, dass 99.9% zu denen mit den Einlagen gehören.
Korrigiert mich, aber es muss doch so sein, dass wir entweder eine R(evol)ution haben müssen oder aber kaum wer noch denken kann. Beides trifft nicht zu, also muss uns etwas vom denken abhalten, oder nicht?
Wer böse ist, kann jetzt behaupten, es wäre der Glaube (Glaube wie in Religion) an das Eigentum selbst und Profit als geistiges Konzept, der uns derartig verwirrt, dass wir glauben, der Zustand derart totaler Fiesheit wäre die natürlichste Sache der Welt. Ist sie aber ganz und gar nicht, und ich bin böse. Sehr, sehr böse!
(Ja, mir ist bewusst, dass die gesamte Sache um vieles Komplexer ist und der oben hergestellte Zusammenhang in dieser Form gar nicht wirklich existieren mag. Aber falsch ist es auch nicht und wie gesagt bin ich sehr, sehr böse.)
Nach Prism ist nun ja eine riese Protestwelle für die Freiheit im Internet am anlaufen, z.B. hier von Mozilla (Firefox Browser): optin.stopwatching.us
Und mich beschleicht langsam der Gedanke, dass umso mehr öffentlicher Widerstand sich global gegen wuchernde Überwachungsmethoden regt, desto näher kommen wir dem ersten «Terror»-Anschlag mit einer richtig grossen Schmutzigen Bombe.
Mit was liesse sich denn sonst noch einer global erstarkten Bürgerrechtsbewegung und ihrem Verlangen nach zuverlässigem Datenschutz den Wind aus den Segeln nehmen? Mit was könnte man sonst noch 9/11 übertreffen, um wieder für neue alte Ängste zu sorgen? Am besten im Herzen Europa, das liesse den Atlantikgraben wieder einiges kleiner werden.
Der perfekte Moment wäre wohl gewählt, wenn der Amerikanische Kongress und das Europäische Parlament unter dem öffentlichen Druck einzuknicken und dem Kurs der Datenschützer zu folgen beginnen. Lassen wir uns überraschen – ausser Petitionen zu verbreiten/unterschreiben und Auflärungsarbeit leisten können wir ja nicht viel mehr tun.
Oder hat jemand andere Ideen? Z.B. dass jeder in seiner eMail-Signatur statt «Sent from my iPhone» eben «Terror, Bombe, Schmutzige Bombe, Al Quaida, Osama Bin Laden, Anschlag, etc» stehen hat? Die Folge wäre das erste Prisma mit Verstopfung! 🙂
On the homepage you can start with some examples: e.g. the Amazon deforestration: earthengine.google.org/#intro/Amazon. Then search for your hometown and watch…
These is all Open Data and allows many kinds of visualizing of so many important topics! And one can say many things about Google, but if it does such things with its money, I will click one or two advertisings shortly… 🙂