Die Perversion des Knut

Die Perversion des Knut
Eisbär Knut (Karl-Heinz Liebisch, pixelio.de)

Eisbär Knut (K.H. Liebisch, pixelio.de)

Der vier jährige Eisbär Knut starb kürzlich im Berliner Zoo; wie es zur Zeit scheint, an einer Hirnerkrankung. Ich kann mir gut vorstellen, was der kleine Racker sich dachte:

«Da hänge ich hier nun fest auf der genetischen Reservebank. Bloss, wieso glotzen alle so dämlich? Geht mir echt auf’n Kecks! Erst rotten die Ärsche alles aus, was sie unter die Füsse kriegen, dann verseuchen sie Luft, Erde und Wasser, und, als ob das nicht reichte, machen sie aus dem Raumschiff Erde ein Treibhaus.

Vor lauter Frust kommen sie dann her, um ihre kranke und vergewaltigte Psyche vollends ins Koma zu glotzen. Ich meine, ich liebe das Leben, eigentlich, aber nicht hier. Ich bin weder Ersatzbaby noch Trostpflaster noch ein Narkosemittel.

Eigentlich könnte ich mich glücklich schätzen, so angebetet zu werden. Was ich so von draussen höre, da ist’s gar nicht mehr lustig, immer öfter gibt’s nichts mehr zu finden, zu fressen. Die müssen teilweise stundenlang schwimmen, voll der Scheiss!

All die Idioten sehen das in den News, finden, «oh jesses wie schlimm!», steigen in ihre Karre, kommen her und blöcken im Chor «uh schau mal da, jöhh!». Ist doch echt zum kotzen! Sofern ich mal lust hatte, hier zu sein, so ist sie mir inzwischen vergangen.

Bald gibt’s ja wieder Lachse mit drei Augen zu futtern. Irgendwie wäre ich trotzdem froh, wenn der Affentanz mal vorbei ist. Niemand von uns hat Lust, den ganzen Menschenscheiss aus zu baden. Das können die mal schön selber tun. Und tschüss.»

Nun ja, wiedersehn‘, ich wünsche eine gute Reise. Tut mir Leid, dass es so kommen musste. Dafür lässt sich daraus lesen, dass Evolution, das Universum, die Natur, dass Gott kaum eine proaktive, schon gar keine moralische Intelligenz besitzt. Gott ist eine Funktion, und zwar eine ziemlich perverse.

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